Feuerlauf

Theorie der geringen Wärmeleitfähigkeit beim Feuerlaufen

Neben einer Reihe von mentalen und psychischen Erklärungsansätzen für den Feuerlauf, gibt es eine Reihe plausibler Erklärungen aus Physik und Chemie. Es ist zu vermuten, dass die Kombination aus mehreren Effekten und Gesetzmäßigkeiten sowas wie den Lauf über glühende Kohlen möglich macht.

Bereits in einem anderen Beitrag zum Leidenfrost-Effekt habe ich versucht zu schildern, was physikalisch eigentlich dahintersteckt.

Vorbereitungen zum Feuerlauf / Bild von Kristijan Kovacic auf Pixabay
Vorbereitungen zum Feuerlauf / Bild von Kristijan Kovacic auf Pixabay

Doch nun zur Theorie der geringen Wärmeleitfähigkeit

Generell gilt: Bei Wärmeaustauschprozessen (in unserem Fall also Kontakt von Fußsohle und Feuerglut) ist nicht nur die Temperatur entscheidend, sondern vielmehr die Wärmeleitfähigkeit und der Wärmegehalt eines Stoffes. Holzkohle hat bei hoher Temperatur eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit und einen niedrigen Wärmegehalt. Glühender Stahl, der gleiche Temperaturen aufweist, würde im Falle eines Kontaktes aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit schwersteVerbrennungen verursachen.

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Die relativ geringe Wärmeleitfähigkeit von glühender Kohle ermöglicht einen Kontakt, sofern dieser von kurzer Dauer ist und nicht allzu oft wiederholt wird. Bezogen auf den Feuerlauf heißt dies, dass wenige Schritte mit einer Kontaktdauer von weniger als zwei Sekundenphysikalisch und physiologisch möglich sind. Diese2-Sekunden-Marke ist vermutlich eine physiologische Grenze, bis zu der das Körpergewebe den Kontakt unbeschadet überstehen kann.

Die Theorie der geringen Wärmeleitfähigkeit setzt sich folglich aus drei Faktoren zusammen:

  1. schlechte Wärmeleitfähigkeit von Kohle
  2. kurze Fuß-Kohle-Kontakte
  3. wenig Kontaktwiederholungen (Schritte)

Und wie bereits oben erwähnt, sind diese begünstigenden Faktoren zusammen mit den Vorteilen des Leidenfrost-Effekts sicherlich eine Teillösung bei dem Versuch dem Feuerlaufen auf die Schliche zu kommen.

 

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Leidenfrosteffekt bei Feuerlauf und Feuerschlucken

Heute geht es um die Frage, warum solche Effekte wie Feuerlaufen oder Feuerschlucken überhaupt möglich sind. Tritt doch eine sehr heiße Flamme (Feuer!) direkt mit empfindlicher Haut in Kontakt.

Es gibt hier viele Erklärungsansätze, die sich meiner Meinung nach vermutlich ergänzen und überschneiden. Denn diese Effekte sind sicherlich nicht monokausalen Ursprungs.

Daher möchte ich heute mal den einen Blick auf den Leidenfrosteffekt richten. Dieser ist mir bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem Feuerlaufen als eine mögliche Erklärungsvariante über den Weg gelaufen.

Der Leidenfrost-Effekt wurde bereits im 18. Jahrhundert von dem Physiker Johann Leidenfrost entdeckt. Er tritt auf, wenn eine Flüssigkeit einen Gegenstand berührt, dessen Temperatur über dem Siedepunkt der Flüssigkeit liegt. Um die Flüssigkeitströpfchen herum bildet sich eine Dampfschicht (Barriere mit geringer Wärmeleitfähigkeit), die sowohl die direkte Berührung von Körper und Flüssigkeit als auch das weitere Verdampfen der Flüssigkeit verhindert.

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Dieser Effekt kann veranschaulicht werden, indem man die Unterseite eines heißen Bügeleisens (oder eine Herdplatte?) mit feuchten Fingern berührt. Der Leidenfrost-Effekt ermöglicht einen kurzen Kontakt ohne Verbrennungsfolgen.

Ceranfeld (Herdplatte)

Weiterhin tritt der Effekt auf, wenn Wassertropfen auf eine heiße Herdplatte gelangen. Die Tropfen verdampfen nicht sofort, sondern „tanzen“ auf der Herdplatte. Dies ist ebenfalls auf die Dampfschicht zurückzuführen, die aufgrund der hohen Temperatur der Herdplatte entsteht.

Bezogen auf den Feuerlauf führt der Leidenfrost-Effekt dazu, dass sich Fußschweißtröpfchen mit einer Dampfschicht umgeben und den kurzzeitigen Fuß-Kohle-Kontakt ermöglichen.

Und auch beim Feuerschlucken bzw. Tricks, bei denen man die brennende Fackel mit der Zunge oder den Lippen berührt, greift Leidenfrosts Erklärungsansatz.

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